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Maschinenbau

 

Einsatzbericht von Michael Kummer
Spezialist  für Robotics und Thermodynamics
in Emerging Technologies
Polytechnic of Namibia, Windhoek
14. Februar –  30. Juni 2011

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Im Frühjahr 2011, von Februar bis Juni, anerbot sich mir die Möglichkeit zusammen mit meiner Partnerin, Janine Rother, ein Semester lang am Polytechnic of Namibia (PON), im Rahmen eines Volunteer-Einsatzes unter der Schirmherrschaft von B360 education partnerships, zu unterrichten. Was einst als Einsatz mit dem Ziel, eine neue Vorlesung einzuführen begann, mauserte sich zwei Wochen vor Abflug zu einem Einsatz, in welchem Janine wie auch ich je drei Vorlesungen abdecken würden. Aufgrund eines Ausfalls von Lektoren am Mechanical Engineering Departement, wurden wir kurzerhand angefragt, ob wir die fünf zusätzlichen Vorlesungen übernehmen würden.

 

Nachdem die Zweifel betreffend der kurzen Vorbereitungsphase durch ein Versprechen seitens PON, dass für diese Vorlesungen Kursmaterials vorhanden sei, aus dem Weg geräumt wurden, stand nur noch die Reise zwischen uns und einem aufregenden Abenteuer im Südlichen Afrika.

 

 

Nach einem herzlichen Empfang am Samstag und einem gemütlichen Sonntag durften wir mit der neuen Woche erstmals erfahren, dass Organisation, Planung und vorhandenes Kursmaterial in Namibia anders ausgelegt werden als in der Schweiz. Das fehlende Kursmaterial hielt uns dann die ersten Wochen auf Trab. Ein selbstauferlegtes Problem war anfänglich, dass unsere Unerfahrenheit den Anspruch an die Vorlesung nur schwer mit dem zu bewältigenden Stoff vereinbaren liess. Die Tatsache, dass der Stundenplan während der ersten dreieinhalb Semesterwochen nicht fix feststand, wirkte nicht verbessernd auf diesen Umstand.

 

In der ganzen Hektik ging beinahe unter, dass man sich in einem fremden Land befindet wo die Dinge anders laufen als in der Schweiz. Dass dies nicht nur seine Berechtigung hat, sondern auch gut so ist, wurde uns dann allerdings schnell bewusst. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft von Kollegen und Vorgesetzten diente als schnelle Hilfe zur Selbsthilfe. Mit der neu gewonnenen Selbstständigkeit liess sich immer besser und besser agieren, um den Fokus auf das Wesentliche zu lenken. Das Wesentliche in diesem Fall waren die Studierenden am PON. Sie sind stets motiviert und äusserst wissbegierig. Die Dankbarkeit die mir entgegengebracht wurde, war berührend und wirkte äusserst authentisch. Selten durfte ich eine Gruppe „zufällig zusammengewürfelter“ Individuen erleben, die eine solch hohe soziale Intelligenz besitzen.

 

 

Auch wenn hie und da Mängel in den mathematischen Grundlagen der Studierenden auszumachen waren, scheuten sie sich nicht, die richtigen Fragen zu stellen. Das offene Umfeld, welches ich ihnen geboten habe, schien sie zu bekräftigen und die Tatsache, dass ich ein junger Ausbildner war, zeichnete sich als Vorteil ab und schien sie sichtlich zu motivieren. Trotz des durchaus seriösen Unterrichts, blieb Zeit für humorvolle und verspielte Kommentare zum geeigneten Zeitpunkt.

 

Ich möchte meinen Einsatz in Namibia für nichts in der Welt eintauschen und darf sagen, dass ich vieles gelernt habe über mich. Ich bin dankbar, dass ich mich weiter entwickeln und wundervolle Erfahrungen sammeln durfte in einem Land, welches noch einen weiten Weg vor sich hat, mit durchaus viel Potential.

 

Windhoek, 29. Juni 2011


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