Kommunikation
Media Technology
Einsatzbericht von Barbara Graf Horka
Fotografin
Polytechnic of Namibia, Windhoek
13. Juli – 22. August 2011
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Ich wurde am Polytechnic rundum herzlich aufgenommen und fühlte mich sofort wohl. Trotzdem war der Start für mich als Namibia Neuling nicht immer einfach. Es war im Juli bitterkalt und obwohl ich gewarnt wurde, war das Sitzen und Frieren am Computer in meinem Apartment unangenehm. Die Internetverbindung funktionierte etwa eine Woche lang kaum, was mich belastete, denn ich hatte viele Unterlagen im Netz vorbereitet. Ich war diesbezüglich allzu schweizerisch, habe in den 5 Wochen dort aber viel Lockerheit gelernt. Es war einfach ungewohnt, nach vielen Jahren in der digitalen Arbeitswelt wieder auf Papier und Stift umsteigen zu müssen. Anscheinend stand eine Herde Elefanten auf der Internetleitung, die aus Südafrika nach Namibia führt - oder so. Im Nachhinein schäme ich mich ein bisschen, dass ich mir anfänglich so viel Stress kreierte.

Mein Einsatz beinhaltete folgende Themen:
- Eine praktische Arbeit im Bereich Fotografie mit den „Bachelor of Journalism & Communication Technology students“, die in ihrem ersten Studienjahr eine Einführung in die Fotografie erhalten. Vorgesehen war, dass 25 Studierende am selben Thema arbeiten mit dem Ziel, eine Ausstellung, Diashow oder einen Blog aus dem Resultat zu machen.
- Diverse Vorlesungen zum Thema „Bild“, wie z.Bsp. „The Language of Pictures“, „Truth and Manipulation“ etc., ebenfalls für die „Journalism & Communication Technology students“, aber auch für die „Communication students“ im „Department of Communication“.
Die Arbeit mit den Studierenden und die Zusammenarbeit mit den Dozierenden war herzlich und zuvorkommend. Meine Vorschläge für die Vorlesungen wurden für gut befunden, ich konnte rasch loslegen. Anscheinend war es ungewohnt für die Studierenden, sich mit dem Thema „Bild“ so konkret auseinanderzusetzen. Ich habe fast täglich die Bilder in den fünf Tageszeitungen analysiert und mit meinen Schülern diskutiert. Es war spannend, ihre differenzierten Meinungen darüber zu hören. Für mich interessant war auch die ständige Analyse, welche meine Klasse im Hinblick auf Diskriminierung jeglicher Art durchführte.

Bei der Erstsemestergruppe, mit denen ich das Fotoprojekt durchführte, mussten zuerst praktische Fragen geklärt werden, bspw. ob alle eine Kamera haben, wer allenfalls aushelfen kann oder wie die Bilder schlussendlich auf den Mac im Klassenzimmer kommen. Es waren ausschliesslich mehr oder weniger gute Pocketkameras, welche die Studierenden zur Verfügung hatten. Der Beweis, dass der Fotograf und nicht die Kamera die Bilder macht, wurde eindrücklich erbracht.
Unsere Arbeit hiess „my Namibia“ und nach einer ersten Diskussion, was zu einer guten Geschichte gehört, legte die Klasse los. 25 Schüler mussten in vier Sessions mit 13 Pocketkameras ihre Bilder aufnehmen, zeigen, diskutieren, kritisieren, nochmals hinausgehen, wieder kritisieren, nochmals und nochmals hinausgehen und am Schluss abgeben. Ich habe sie durch dieses Projekt gepeitscht und viele individuelle Besprechungen geführt.
An dieser Stelle möchte ich meiner Klasse ein grosses Kompliment aussprechen. Wir hatten wenig Zeit, das Meiste lernten die Studierenden „on-the-job“. Ihre Themen waren sehr persönlich und gingen unter die Haut. Wir werden ihre Geschichten in einem Blog veröffentlichen, der in Zusammenarbeit mit zwei Dozenten vom Poly noch im Aufbau ist.
Daneben führte ich einen Crashkurs in Portraitfotografie für Studierende des Communication Departments durch. Was ist ein gutes Pressebild? Wie macht man ein spannendes Businessportrait? Wir hatten viel Spass dabei!


Für die spannende Zeit und liebevolle Betreuung möchte ich allen von Herzen danken. Ich freue mich auf nächstes Jahr!
Zürich, 21. September 2011
